Idee

Die Konzeptidee ZURÜCK AUF LOS wurde gemeinsam mit Studierenden der Humanwissenschaftlichen Fakultät erarbeitet. Dies geschah zunächst in der direkten Befragung des architektonischen Baukerns. In Führungen durch die Fakultät wurde der Ort der Lehre, die Fakultät, als Ort von studentischer Identität aufgesucht und in Parametern von Raumnutzung, Raumanmutung und Territoriumsbezug diskutiert.

Im Sommersemester 2008 setzten Studierende des Faches Kunst im Schwerpunkt Materielle Kultur die Diskussionsergebnisse in Entwurfsarbeiten um. Der Ort von Lehren und Lernen wurde in Beziehung zu Raum- und Körpertheorie gesetzt, dies sowohl auf einzelne Seminarräume wie auf die räumliche Gesamterscheinung der Fakultät bezogen. Im Modell 1:10 entstanden Handlungsfelder universitären Lernens und Lehrens, die allesamt auf eine Architektur aus Sicht seiner Nutzer abzielten. Die Ergebnisse dieser Studie sind in einer Print-Dokumentation, Entgrenzte Räume:Embodied Mind, veröffentlicht worden.

Situationen von Lehren und Lernen, so eines der Ergebnisse, unterliegen in dieser Fakultät weitestgehend dem Behälterraummodell und führen keine Reflexion darüber, dass erst durch in Bezugnahme von Raum, Mensch und sozialen Gütern, dem sogenannten Spacing (Martina Löw), ein räumlicher Identitäts- und Verantwortungsprozess stattfinden kann.

Im Wintersemester 2008/2009 wurde auf Grundlage dieses Seminarergebnisses gemeinsam mit dem studentischen Schulentwicklungsprojekt der Fakultät, School is open, Strategien für das oben skizziertes Foyerprojekt erörtert. Mit den künstlerischen Mitteln einer räumlichen Intervention werden Fragen zur Identität von Ort, zur Raumpraxis Nutzung und zur räumlichen Erstsituation „Foyer“ erarbeitet. Die Objektleere des Raumes wird durch soziale Interaktionen in eine Beziehungsdichte überführt werden. Anstelle des vorwiegend als Passagenraum genutzten Foyers treten wandernde Funktionsräume.

Um nach Ablauf des Projektes modifizierte Spacing-Prozesse im Foyer initiieren zu können, werden während des Projektes architekturpsychologische Daten erhoben (Blicklenkungsverfahren und Erhebung von Stressfaktoren bei Probanden). Diese Daten werden nach Abschluss des Projekts qualitativ ausgewertet und werden in die Entscheidungsprozesse bei der Rückmöblierung des Foyers einfließen.

Prof. Dr. Heidi Helmhold